Bauvermittlung

Bodenplatte und Keller

Viele Hausanbieter bieten ihre Häuser ab Oberkante Bodenplatte/Kellerdecke an. Dies bedeutet nichts anderes, als dass Sie die Bodenplatte oder den Keller selbst herstellen oder eine Firma damit beauftragen müssen. Da kaum ein Bauherr diese Arbeiten in Eigenleistungen übernimmt, beauftragt er damit einen Unternehmer. Oft vermitteln die Hausanbieter hierfür auch andere Firmen. Mit unserer Hilfe sind Kosteneinsparungen möglich, wenn Sie sich bei der Auswahl der geeigneten Baufirma unterstützen lassen, die Ihre Bodenplatte oder Ihren Keller errichtet.

 

Bodenplatten

Die Bodenplatte ist bei jedem Haus notwendig, auch wenn es unterkellert ist. Sie gibt sein Gewicht an den Boden weiter. So werden unregelmäßige Bodenverformungen vermieden oder ausgeglichen. Die Bodenplatte sorgt auch für einen Schutz vor den normalen Bewegungen des Erdreichs, wobei es sich nicht um Erdbeben handeln muss: Schon die üblichen Witterungseinflüsse – Regen, Kälte, Hitze – sorgen für Bewegungen, und ohne Bodenplatte können diese zu Schrumpfrissen am Gebäude führen.

 

Das Fundament bildet die Grundlage der Bodenplatte, das entweder als Streifen-, Wannen- oder Einzelfundament oder auch als Fundamentplatte ausgeführt werden kann.

 

  • Streifenfundament
    Dabei handelt es sich um eine kostengünstige Variante, die bei linienartiger Belastung direkt unter den Wänden genutzt wird. Ein handwerklich gut angefertigtes Streifenfundament ist sehr haltbar und ein Unterbau, der viele Jahrzehnte stabil bleibt. Da seine Konstruktion sowohl vom Baugrund als auch vom Grundriss und Gewicht des Hauses abhängig ist, sollte auf einen Statiker nicht verzichtet werden. Er achtet bei seinen Planungen auch auf eine frostfreie Gründung, sodass die Fundamenttiefe von in Deutschland errichteten Häusern zwischen 80 und 100 cm beträgt.
    Als Baumaterial wird Beton verwendet, gleichzeitig wird eine Längsbewehrung angebracht. Es ist zwar grundsätzlich möglich, ein Streifenfundament in Eigenarbeit zu fertigen, doch sollte in den meisten Fällen darauf verzichtet werden: Schon bei nur geringen Mängeln können Bauherren Probleme bekommen, wenn es um die Gewährleistung bei den nachfolgenden Gewerken geht. Hier die Baukosten reduzieren zu wollen hieße, am falschen Ende zu sparen. Für ein Streifenfundament ist zwar weniger Material notwendig als für eine Fundamentplatte, die Herstellung ist jedoch aufwändiger und anspruchsvoller.

  • Einzelfundament
    Dies ist dann sinnvoll, wenn es um punktuelle Belastungen wie beispielsweise durch Träger geht. Der Grundriss ist entweder rechteckig oder quadratisch, und Einzelfundamente können sowohl bewehrt als auch unbewehrt ausgeführt werden. Beim Bau von Eigenheimen spielen sie kaum eine Rolle, sondern werden bei sehr großen Gebäuden oder auch beim Bau von Carports eingesetzt.

  • Fundamentplatte
    Die Fundamentplatte wird in zahlreichen Angeboten auch als Bodenplatte bezeichnet. Sie wird vor allem dann hergestellt, wenn das Haus auf kaum tragfähigem Baugrund errichtet werden soll oder ein hoher Grundwasserstand festgestellt wurde. Das Gewicht des Gebäudes wird so gleichmäßig auf das gesamte Fundament verteilt. Außerdem lässt sich der Bodenaushub leichter ausführen.

  • "Weiße Wanne“
    Immer, wenn ein Haus trotz eines sehr hohen Grundwasserstands einen Keller haben soll, wird auf die sog. „Weiße Wanne“ zurückgegriffen. Der Begriff geht auf die helle Färbung des wasserundurchlässigen Betons zurück, aus dem Bodenplatte und Keller hergestellt werden. Hier sollten Bauherren, die keine entsprechenden Kenntnisse und Fertigkeiten haben, auf keinen Fall selbst Hand anlegen: Die „Weiße Wanne“ muss absolut wasserdicht sein, damit am Haus weder jetzt noch später Gebäudeschäden auftreten.


Keller

Im Rahmen der Bauberatung wird auch das Thema "Keller" ausführlich erörtert. Die Entscheidung ist nicht einfach, geht es doch sowohl um Stauraum als auch um Kosten sowie nicht zuletzt auch um die geologischen Voraussetzungen – nicht überall kann ein Keller errichtet werden. Falls die Entscheidung zugunsten eines Kellers ausfällt, können Sie zwischen drei Varianten wählen:

  1. Gemauerter Keller
  2. Betonkeller
  3. Braune Wanne

Jede dieser Optionen bietet sowohl Vor- als auch Nachteile, die den Rahmen in diesem Artikel sprengen würden. Sie finden aber auf der Website www.keller-bauen.de alle Informationen über die vorgenannten Ausführungen eines Kellers.

 

 

Ist ein Keller sinnvoll?

Ob Sie Ihr Haus mit Bodenplatte oder Keller bauen, kommt auf Ihre ganz persönliche Bausituation und Ihren Geldbeutel an. Auch wenn wir im Rahmen der Bauberatung das Thema ausführlich erörtern, haben wird die Argumente für Sie zusammengefasst. Vielleicht können wir Ihnen so bei der Entscheidung ein wenig helfen:

 

Pro Keller

Für einen Keller sprechen diese Argumente:

 

  • mehr Platz
    Der Hauptgrund für einen Keller liegt sicher darin, dass sich die nutzbare Fläche des Hauses schlagartig vergrößert. Sie können ihn entweder als Lagerplatz, als Büro oder als Hobbyraum verwenden. Den Möglichkeiten des Ausbaus sind kaum Grenzen gesetzt.
  • Keller als Einliegerwohnung
    Falls der Keller zu einer eigenen Wohneinheit ausgebaut wird und über einen separaten Zugang verfügt, kann er als Wohnung vermietet werden. So hat der Hausherr die Möglichkeit, die Baukosten in Form von Miete wenigstens teilweise "zurückzuverdienen". In diesem Fall steigen die Baukosten jedoch, da die Kellerhöhe über der eines Lagerkellers liegt und die energetischen Vorgaben der Energieeinsparverordnung (EnEV) eingehalten werden müssen. Damit die Kellerräume mit ausreichend Tageslicht versorgt werden, könnte das Kellergeschoss so gebaut werden, dass es aus dem Erdreich heraus ragt. Ob das im Einzelfall möglich ist, hängt von den örtlichen Baugrundvoraussetzungen und Bauvorschriften ab.

  • Keller als Technikraum
    Moderne Technik benötigt Platz – und wo wäre der Technikraum besser aufgehoben als im Keller?
    Wärmepumpen, Wasserspeicher und sonstige technische Elemente können dort untergebracht werden.

  • Erhöhung des Marktwerts
    Mit einem Keller steigt auch der Wiederverkaufswert des Hauses. Das ist auch dann eine Überlegung wert, falls Sie nicht vorhaben, jemals wieder auszuziehen – wer weiß denn schon, was sich in den nächsten 10 oder 20 Jahren ergeben wird?
    Auch Kreditinstitute halten unterkellerte Häuser für hochwertiger. Das macht sich bei den günstigeren Konditionen bemerkbar, wenn eine Hypothek aufgenommen werden muss.

Kontra Keller

Gegen den Hausbau mit einem Keller sprechen diese Argumente:

 

  • Kosten
    Das häufigste Gegenargument sind die relativ hohen Kosten. Wenn Sie einen Keller planen, so müssen Sie dafür mindestens 30.000 Euro zusätzlich veranschlagen.

  • Bodenbeschaffenheit
    Der Bau eines Kellers ist nicht auf jedem Grundstück sinnvoll und durchführbar. Die Bodenbeschaffenheit und der Grundwasserspiegel spielen bei der Entscheidung daher eine wesentliche Rolle.

  • Feuchtigkeit und Kälte
    Der Keller kann dann eine der Schwachstellen des Hauses sein, wenn er nicht gut gebaut wurde. Wer kennt nicht Erzählungen von Bekannten über schimmelige Wände oder Risse? Bauen Sie daher nur mit einem Profi. Im Keller ist es naturgemäß auch kühler als im Rest des Hauses. Wenn die kühle Kellerluft in die oberen Etagen gelangt, kann dies in der kalten Jahreszeit zu höheren Heizkosten führen.

  • In einen Keller führen Stufen:
    Wir alle werden nicht jünger, und die "paar Stufen" in den Keller können in einigen Jahren mühsam sein. Dabei müssen wir uns jetzt gar nicht unbedingt einen Greis vorstellen – denken Sie daran, dass Sie sich verletzen könnten und dann in der Mobilität eingeschränkt wären.